DiagnoseEins lässt sich sagen: „keine Intervention ohne Diagnose“! Personen und Organisationen sind zu wertvoll, als dass man – als Manager oder als Berater – diese „behandelt“ ohne sich damit auseinander zu setzen, was denn im speziellen Fall wirklich als hilfreich angesagt ist. Dies auch, wenn Personen oder Organisationen nach einer bestimmten Maßnahme fragen, manchmal weil eine solche gerade Mode ist, oder bei einem Freund gut geholfen hat.
Eine Diagnose gliedert sich in zwei Teile, dem Sammeln relevanter Informationen und der Interpretation dieser Informationen in Hinblick auf das Beratungsziel. Nach der Diagnose geht es darum, geeignete Interventionsstrategien festzulegen, um das Beratungsziel zu erreichen.
Die Unterscheidung zwischen Fakten und Interpretation verschwimmt manchmal, wenn es um lebende Systeme geht. z.B. Wenn man feststellt dass der Geschäftsführer Dipl. Ing. ist und sich fragt, was das für die Beratung bedeutet, mag Fakt und Interpretation gut zu trennen sein. Aber was, wenn die Mitarbeiter generell als „treu“ oder „motiviert“ bezeichnet werden?
Auch sollte man im Kopf behalten, dass jede diagnostische Befragung in lebenden Systemen bereits Intervention ist. Z.B. Die Frage an den 60-jährigen Eigentümer, wann er sich aus der Geschäftsführung zurückziehen wolle, konfrontiert diesen bereits mit der Frage der Firmenübergabe.
Eine gute Diagnose steht auf vielen Beinen, die wichtigsten sind:
Auf allen diesen Beinen stehend, ergibt sich Sicherheit, mit guter Zielausrichtung wirksame Interventionen setzen zu können.
Allerdings bleibt eines zu bedenken: In lebendigen Systemen (Personen/Organisationen), die selber ständig in Entwicklung und letztlich unergründlich sind, gibt es keine Diagnose-Sicherheit etwa wie bei einem Maschinenschaden. Diagnose bleibt hier immer Hypothese, die sich überraschen falsifizieren kann. Und so gesehen endet Diagnose bei der Arbeit mit lebendigen Systemen nie, sie bleibt ein durchgängiger Kern-Prozess. Wir bleiben auf schwankendem Boden. Druckversion | ||
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