Coaching

Professio Lehrtrainer Hans Dieter Wilms zu unserem Verständnis von Coaching

In den vergangenen Jahren ist der Druck auf Organisationen, deren Mitarbeiter und Führungskräfte ständig gestiegen. Der enorme Zuwachs an Dynamik und Komplexität konfrontieren die Beteiligten in wachsendem Maße mit der unangenehmen Erkenntnis, dass erworbenes Studienwissen, Schulung, Training und Erfahrungen nicht immer ausreichen, um neuen Situationen stabil und handlungsfähig zu begegnen. Das globale, sich rasch wandelnde und vernetzte Umfeld von Organisationen beschert die Erfahrung, dass man die herrschenden Einflüsse nie alle kennt, geschweige denn, dass man sie beherrscht. So erscheint es durchaus folgerichtig, dass Coaching als eine professionelle Hilfe für Menschen in solch beruflichen Kontexten stark an Bedeutung, Akzeptanz und Nachfrage gewonnen hat.

Was jedoch ist der spezifische Fokus beim Coaching im Unterschied zu anderen helfenden und beratenden Verfahren?

Coaching im Organisationskontext verlangt weit mehr als die Fähigkeit zugewandter und professioneller Gesprächsführung und Hilfestellung bei Problemlösungen. Coaching lässt sich verstehen als die Planung, Inszenierung und Aufführung eines Stückes, inklusive der stimmigen Einbeziehung anderer wichtiger Akteure des Umfeldes. Dabei sind die Treffen zwischen Coach und Klient natürlich ein wesentlicher Teil des Stückes. Dieser zentrale, dialogische Part erzielt jedoch nur dann die gewünschte Wirkung, wenn der gesamte Prozess der Inszenierung, also auch das Davor und Danach, stimmig gestaltet sind. Sind die »Nebendarsteller« richtig gewählt und mit ihren Rollen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten zutreffend angesprochen, dann tragen sie wesentlich zu Erfolg und Nachhaltigkeit der Aufführung (Performance) bei.

Mit anderen Worten: Der Coach muss zum einen die Person des Klienten sehen, in ihrer persönlichen Dynamik und in ihren Anliegen verstehen und die Erkenntnisse auch benennen und an den Coachee adressieren können. Andererseits muss er auch den unmittelbaren Kontext des Klienten (Chefs, Mitarbeiter, Kollegen, Aufgaben oder Schnittstellen) sowie den weiteren Kontext (Firma, Struktur, Kultur, Markt, Strategie oder Ziele) verstehen und berücksichtigen können. Zudem muss der Coach prüfen, ob die beteiligten und betroffenen Personen ihre organisatorischen Rollen angemessen sehen und einnehmen.

Vor dem Hintergrund dieser komplexen Zusammenhänge braucht der Coach ein breites Spektrum an Diagnose- und Interventionsfähigkeiten auf den Ebenen der Person und Rolle, der Kommunikation sowie des Kontextes.

Im Curriculum Coaching I und II von Professio vermitteln die Lehrtrainer Ihnen all diese verschiedenen Facetten. Eine gute Voraussetzung dazu stellt unser breiter theoretischer Rahmen sicher:

Wir vermitteln einerseits Ansätze und Konzepte für das Verständnis und die Arbeit mit der Person (Transaktionsanalytische Modelle) sowie der Kommunikation (Transaktionsanalyse und die Erkenntnisse von Watzlawick). Zum anderen vermitteln wir explizit Modelle aus der Systemischen Beratung, der Organisationslehre und der Rollentheorie.

Eine weitere wichtige Voraussetzung, um unseren Teilnehmern zu integriertem Verständnis und zur Handlungsfähigkeit zu verhelfen, besteht im didaktischen Ansatz unserer Seminare. Die Trainer vereinigen die Vermittlung theoretischer Konzepte mit Beispielen bewährter Praxis. Sie vermitteln Handwerkszeug und spiegeln Person, Orientierung und Haltung der Teilnehmer. Dabei hat die Supervision (Reflexion eigener Fälle und Feedback für gegenseitige Beratung) einen ganz besonderen Stellenwert.

Der Besuch beider Curricula (Coaching I und Coaching II) ist eine anerkannte Weiterbildung vom Deutschen Bundesverband Coaching e.V.





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