Systemische Beratung
Die Systemische Beratung ist ein Beratungsansatz, der in den letzten 30 Jahren entwickelt wurde. Ursprünglich in und für die Familientherapie konzipiert, wird mit diesem Ansatz inzwischen in der Paarberatung, Organisationsberatung und auch in der Beratung einzelner Personen gearbeitet.
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Kernsätze der systemischen Beratung:
Zum Theoriegebäude der Systemischen Beratung wurden neue Entwicklungen vieler Wissenschaftsgebiete - die ungefähr gleichzeitig entstanden - verknüpft. Speziell aus der Kybernetik (Wiener), Erkenntnistheorie (von Förster, Glasersfeld, Bateson), Kommunikationstheorie (Watzlawick), Biologie lebender Systeme (Maturana, Varela) und Soziologie (Luhmann).
- Systeme versteht man, indem man das Interagieren ihrer Teile untersucht
- Beim Lösen von Problemen ist die Bedeutungszuweisung an Geschehnisse meist wichtiger als die Geschehnisse selbst
- Lebende Systeme (Personen/Organisationen)erzeugen sich immer wieder selbst (Autopoeiesis)
- Lebende Systeme sind immer in Bewegung, sie verändern sich aus sich selbst heraus
- Lebende Systeme zeigen Autonomie, die sie gegen Änderungsversuche von außen verteidigen
- Bei der Beratung von Lebenden Systemen bedeutet Diagnose bereits Intervention
- In Lebendigen Systemen gibt es keine Wiederholungen
- Lebendige Systeme sind komplex und unergründlich
- Sinn findet man nicht bei der Untersuchung von Teilen, sondern im relevanten Kontext
- In der systemischen Beratung hat die Beraterin auch Verantwortung für die Problemdefinition und für die wirklichkeitskonstruktive Wirkung der verwendeten Konzepte
- Ziel einer Beratung ist es, die Optionen im Klientensystem zu erhöhen
- Diagnosen sind immer vorläufig, sie werden im Kontakt verfeinert bzw. verworfen
Typische Tools/Vorgehensweisen der Systemischen Beratung
- Fragetechniken (Hypothetisches Fragen, zirkuläres Fragen)
- Einführung höherer Reflexionsebenen (Metaposition, Reflecting Team)
- Anbieten von neuen Sichtweisen, die Sinn stiften und neue Handlungsoptionen ermöglichen
- Fokussierung auf Grenzen, Kommunikations-Muster und auf Unterschiede, um festgefahrene Muster wieder in lebendigen Fluss zu bringen
- Die Berater ziehen sich nach Interventionen immer wieder zur System-Grenze zurück
Systemische Sichtweisen stellen ältere Beratungsansätze in einen modernen (postmodernen) Rahmen und ermöglichen es, diese zu reflektieren, zu entrümpeln und weiter zu entwickeln. (Sofern sich diese, bzw. deren Vertreter sich dies gefallen lassen). Die Systemische Transaktionsanalyse ist eine Methode, die eine solche Auseinandersetzung gewagt hat und sehr davon profitiert. (Auch Beratungsschulen kann man als Lebendige Systeme sehen, die ihre Autonomie – mehr oder weniger geschickt – verteidigen).
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