Systemische TA

Was ist systemische Transaktionsanalyse?

Vorbemerkung

Fast alle guten Berater und Beraterinnen, arbeiten eklektisch. Auch wenn man die Hauptmethode bei ihnen "durchschmeckt", so haben sie doch ihren, persönlichen Stil gefunden, der viele Konzepte - stimmig - integriert. Der Unterschied zwischen den Meistern und den Anfängern innerhalb einer Methode ist meist größer als der Unterschied in der Arbeitsweise zwischen den Könnern verschiedener Methoden. Es hat sich allerdings bewährt, eine Methode zum Rückgrat der eigenen Arbeitsweise zu nehmen, und diese Methode wirklich zu lernen. Die andere Seite ist, dass jede Methode destruktiv wird, wenn sie dogmatisch vertreten oder ausgrenzend angewendet wird. Wir stehen für Methodenklarheit und Integration.

1. TA als Weg der Professionalisierung

Die ersten Verbreitungswellen von Transaktionsanalyse und auch der Systemischer Beratung, in der häufig unvollkommen ausgebildete Trainer/Berater aktiv waren, haben gezeigt, wie wichtig die Reife einer Persönlichkeit ist, die hinter dem Arbeiten mit einer Methode steht. Zertifizierte Transaktionsanalytikerinnen / Transaktionsanalytiker sind einen fünf- bis siebenjährigen Professionalisierungsweg gegangen, der sie immer wieder mit der eigenen Person, dem Stand ihres Könnens und mit ihrer ethischen Haltung konfrontiert hat. Die eigenen unbewältigten Themen müssen dann nicht mehr bei Klienten "behandelt" werden.

2. Das weite Betrachtungs- und Interventionsspektrum

Die Hoffnung der achtziger Jahre, durch verbesserte Kommunikationsfertigkeiten von Mitarbeitern allein, Organisationskulturen verändern zu können, ist verflogen. Gefragt sind jetzt Ansätze, die sowohl personen - wie auch systembezogen eingesetzt werden können. Die Systemische Transaktionsanalyse erklärt, was in einem Menschen psychisch vorgeht, wie sich Beziehungen über Kommunikation gestalten und wie Systeme mit ihren Kulturen ihre Mitglieder beeinflussen und umgekehrt. Damit hat die STA ein Modellgebäude, das eine Organisation sowohl als Ganzes wie auch in seinen Teilen adäquat beschreiben kann. Erst auf einer solchen Basis können effektive Interventionen geplant und durchgeführt werden.

3. Die radikale Kooperation mit den Klienten

Klienten sind die besten Experten für ihr Problem; "the power is in the client". Diese Haltung gibt Klienten Sicherheit, dass sie nicht nach geheimen Zielvorstellungen "behandelt" werden, sondern, dass ihre Ziele und ihre Probleme ernst genommen und offen besprochen werden. Arbeitsbündnisse zwischen Klienten und Berater klären Problemdefinitionen, Trainings- bzw. Beratungsziele und auch Vorgehensweisen. Dabei übernehmen dieBeraterinnen nicht unbesehen die Ideen eines Klienten, sondern bringen ihre eigene - spezielle - Kompetenz in Form von Gestaltungsvorschlägen ein.

4. Die klaren und hilfreichen Modelle

Die Modelle der systemischen Transaktionsanalyse sind klar und einfach - ohne dabei simpel zu sein. Sie sind darauf angelegt, die Aufmerksamkeit auf entscheidende "Grenzlinien" zu setzen. Sie bilden dort Kontraste, wo Unterschiede auch unterschiedliche Interventionen nach sich ziehen sollten. Sie stellen gewonnene Beratererfahrung dar, die leicht und nachvollziehbar auf neue Situationen übertragen werden kann.

5. Arbeiten an und mit Kommunikation

Manche Methoden entwickeln Kulturen der Sprache und des Miteinanders, die für Außenstehende irritierend und bedrohlich wirken. STA-Berater arbeiten im normalen Gespräch und benutzen dabei Alltagssprache. Die Kommunikation selbst ist zentraler Fokus ihrer Aufmerksamkeit. Mit diesem Vorgehen passt die Systemische Transaktionsanalyse gut zur üblichen Kultur arbeitender Organisationen.

6. Die Systemische Transaktionsanalyse als Mittel der Komplexitätsbewältigung

Eine allgemein steigende Komplexität von Wirkungszusammenhängen und eine sich beschleunigende Geschwindigkeit von wirtschaftlichen und sozialen Prozessen wird zur Zeit beobachtet - und beklagt. Erfahrung allein genügt da nicht mehr, ebenso wie Theorie oder Intuition allein. Systemische Transaktionsanalytiker werden während ihrer Ausbildung angeleitet, ihre Intuition zu entwickeln und zu reinigen. Und gleichzeitig wird gelernt, die Intuition anhand theoretischer Konzepte auf Plausibilität zu überprüfen und umgekehrt die Ergebnisse von Konzepten mit den Hinweisen der eigenen Intuition zu vergleichen. Mit einer Meisterschaft im Zusammenspiel dieser beiden Funktionen gelingt es dann, im Wust komplexer Daten, auf relevante Muster zu fokussieren und Komplexität handhabbar zu machen, ohne einer Simplifizierung zu verfallen.

7. Das Wertesystem

Als Abkömmling der humanistischen Psychologie hat die TA eine hohe Meinung vom Menschen. Von seinen Möglichkeiten, klar zu denken, von seiner Kreativität und seiner Bereitschaft zu Verantwortung, Kooperation und Engagement. Analog gilt das auch für Organisationen. Eine Beraterin kann nur mit einem System arbeiten, wenn sie es "o.k." sehen kann; mit seinen Unzulänglichkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten. Berater, die voller Empörung sind, arbeiten zumindest ineffektiv.



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